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Zitrone

Sauer macht lustig

Die Citrus-Arten sind in Südostasien beheimatet. Dort wurden die ersten Arten schon vor etwa 4.000 Jahren kultiviert. Alle kultivierten Citrus-Arten sind höchstwahrscheinlich auf die folgenden drei Grundarten zurückzuführen: Die Pampelmuse, die Zitronatzitrone und die Mandarine. In China lange vor unserer Zeitrechnung bekannt, gelangte sie um 1150 über den Mittleren Osten mit den Arabern in den Mittelmeerraum, später über Norditalien hinunter nach Sizilien, von wo aus sie sich im gesamten Mittelmeerraum ausbreitete; Kolumbus brachte sie nach Haiti.

Zitronenbäume sind starkwüchsige, immergrüne, bedornte Bäume mit einer Höhe von 3-6m. Im Gegensatz zu anderen Zitrusfrüchten, die nur einmal im Jahr blühen, können Zitronen das ganze Jahr blühen und fruchten, d.h. an einem Baum können gleichzeitig Blüten, unreife und reife Früchte vorkommen. Sie können ohne Qualitätsverlust einige Monate am Baum bleiben und besitzen dank ihres hohen Säuregehalts auch im Lager eine gute Haltbarkeit.

Zitronen mögen einen warmen geschützten Standort ohne Staunässe. Eine ausgewogene, organische Düngung und die richtigen Schnittmaßnahmen verhindern ein zu schnelles Wachstum mit zu weichem Blattgewebe. Die größten Schwierigkeiten während des Anbaus ergeben sich durch Insektenbefall wie Rote Spinne, Schild- und Wollläuse, die durch Saugen das Blattwachstum beeinträchtigen und die Schale der Früchte beschädigen und somit ihren Marktwert vermindern.

Da Zitronen gleichzeitig blühen und fruchten, sind sie ganzjährig erhältlich. Es können bis zu vier Ernten erzielt werden, wobei jede Ernte einen eigenen Namen hat, unter dem sie gehandelt wird. Die Früchte unterscheiden sich in Fruchtform und Farbe, Schalendicke und Saftgehalt. Zitronen sind nicht immer knallgelb. Ihre Farbe reicht von hellgelb über kräftig gelb und grün-gelb bis grün. Die Farbe ist von der Umgebungs-Temperatur abhängig und sagt nichts über den Reifegrad aus. Gelb werden die Zitronen, wenn die Nächte kühler sind, deshalb gibt es im Sommer keine gelben Zitronen aus Italien. Die Zitrone ist reif, wenn die Schale glänzt und auf Druck leicht nachgibt – auch wenn sie grün ist.

Sie werden unterteilt in:
• Primofiore (erste Blüte) November bis April
• Bianchetto Mai bis Juni
• Verdelli (=Grünlinge) Juli bis Oktober
• Interdonato September bis Dezember

Zitrusfrüchte sind die bedeutendsten Baumfrüchte der Welt, sie werden in über 100 Ländern auf sechs Kontinenten angebaut. Die Weltproduktion aller Zitrusfrüchte liegt mit Abstand vor den Bananen und den Tafeltrauben. Das sehr saftige, blaßgelbe Fruchtfleisch enthält u.a. organische Säuren, in erster Linie 3,5-7% Zitronensäure sowie, neben den Vitaminen der B-Gruppe, ca. 50mg Vitamin C. Die Schale mit zahlreichen Öldrüsen ist reich an ätherischem Zitronenöl. Der Saft der Zitrone hat einen hohen gesundheitlichen Wert. Er wirkt appetitanregend, bakterientötend, fiebersenkend und kann bei Vitamin C-Mangelerscheinungen helfen.

Die Bedeutung von Vitamin C erkannte man vor allem im Zusammenhang mit dem Verzehr von Zitronen: Ein holländisches Schiff mit einer Zitrusfrüchteladung kam 1564 nach mehrmonatiger Fahrt ohne einen Skorbutfall (bis dahin unheilbare Krankheit) in seinem Heimathafen an. Die englische East India Company verordnete deshalb auf ihren Schiffen jedem Seemann 3 Teelöffel Limonensaft täglich. Im Jahre 1752 machte sich der britische Marinearzt Dr. James Lind daran herauszufinden, mit welchen Nahrungsmitteln man dem Skorbut Einhalt gebieten konnte – bei denjenigen Testpersonen, welche Zitrusfrüchte erhalten hatten, gingen die Symptome zurück. Doch erst im Jahre 1928 gelang es erstmalig, den in Zitrusfrüchten vorkommenden, rettenden Stoff zu isolieren. Erst viel später wurde erkannt, daß es sich bei der entdeckten Substanz um ein Vitamin, genauer gesagt um das Vitamin C, handelte.

 

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